DAS INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVAL DRESDEN

Liebe(r) Leser(in),

jedes Jahr im Mai breitet sich in Dresden ein seltsames, ja fast unerklärliches, jedoch nicht krank machendes Fieber epidemieartig aus – die ganze Stadt ist im Dixiefieber. Nicht nur die Dresdner strömen in Scharen zu den zahlreichen Veranstaltungen, nein – einige tausende Gäste aus nah und fern reisen Jahr für Jahr zu uns in die Hauptstadt des Dixieland. Und das seit 1971 – Tendenz steigend!

1978 stand zum ersten Mal eine »Street Parade« aller beteiligten Musiker auf dem Programm. Seit dieser Zeit hat sich diese Parade wohl zum Höhepunkt und Massen Ereignis des Dixieland Festivals entwickelt.

1975 trat mit der Old Merry Tale Band aus Hamburg erstmals eine Band aus der Bundesrepublik Deutschland auf. Die Auflagen der SEDregierenden an die Organisatoren waren dabei – wie in der DDR gemeinhin üblich – recht pedantisch. Ost- und westdeutsche Musiker waren prinzipiell in unterschiedlichen und möglichst weit voneinander entfernten Hotels untergebracht, um eventuelle Ost – West Annäherung von vornherein zu unterbinden.
Ebenso wurde die Gestaltung des Spielplans stark reglementiert. Unter keinen Umständen durften west- und ostdeutsche Musiker gemeinsam auf der Bühne stehen oder überhaupt miteinander musizieren. Anfänglich hieß es gar noch, dass ost- und westdeutsche Bands nicht nacheinander auftreten dürfen. Dazwischen müsste stets eine Band aus dem sozialistischen Ausland spielen. Auf keinen Fall durfte eine West Band am Schluss eines Konzertes auftreten, um sie nicht als Höhepunkt des Abends erscheinen zu lassen. Geholfen haben alle Regeln nichts, Dixie Musiker sind halt sehr spontan und schwer zu disziplinieren!

1989 wusste nach dem Fall der Mauer keiner wie die Zukunft des Dixieland Festivals in Dresden verlaufen wird. Die sogenannte Wende, die so vieles an freien Möglichkeiten gebracht hatte, hat sich in der Anfangsphase als problematisch für das Festival erwiesen. Es gab nun glücklicherweise keine politischen Stolpersteine mehr, jedoch waren die ökonomischen Probleme massiv.
So kam es, dass zum 20. Internationales Dixieland Festival nicht ein einziges Konzert ausverkauft war. Ein Umstand der ein Jahr vorher nicht denkbar gewesen wäre. Wie war das Festival überhaupt zu retten?
Da kam Joachim Schlese auf die Idee, einen Verein zu gründen, die Sächsische Festival Vereinigung e.V.
Heute hat der Verein über 150 Mitstreiter. Sie können wirklich stolz sein in den vergangenen mehr als 40 Jahren ein musikalisch-künstlerisch anspruchsvolles und weitgehend erfolgreiches Festival realisiert zu haben. Menschenmassen im Freudentaumel, begeisterte Musikhörer, bewegte Musikanten und ein breites Medienecho sind Belege und Dank dafür.

In diesem Jahr treffen sich die Dixiefans vom 14. – 21. Mai 2017!

Viel Vergnügen!

Marek Decker