Pulsnitzer Pfefferkuchen

Liebe(r) Leser(in),

bald wird es Weihnachten und es gibt bei uns zu diesem besonderen Fest natürlich auch etwas besonderes zu Essen. Neben dem bereits sehr bekannten Original Dresdner Christstollen lieben wir unsere Pulsnitzer Pfefferkuchen.

Zu den Zutaten eines Lebkuchens gehören Honig, Nüsse sowie diverse edle Gewürze. Dies machte Lebkuchen zu einem besonderen Backwerk, welches für die Gesunden eine Speise war, um bei Kräften zu bleiben und für die Kranken um wieder zu Kräften zu kommen. Deshalb nannte man dieses wunderbare Backwerk auch Lebenskuchen. Die Gewürze, welche nicht nur besonders kostbar waren, sondern auch nur als Arznei von Apothekern verkauft werden durften hießen damals allgemein „Pfeffern“ und gaben so dem Backwerk den bis heute bekannten Namen Pfefferkuchen. Das große Geheimnis der Lager- und Gärdauer dieser Grundteige wird noch heute sehr gut gehütet und nur an die Erben der jeweiligen Meister weitergegeben. Auch die heutigen Rezepturen haben ihren Ursprung  in dieser  geheimnisvollen Vergangenheit und werden unter ständiger Kontrolle angewandt und weiter verfeinert und mit modernen Variationen bereichert.

Pulsnitzer Pfefferkuchen

Der Pulsnitzer Pfefferkuchen ist trotz der Geheimniskrämerei ein relativ einfaches Gebäck, deshalb auch heute noch sehr bekömmlich, weil frei von dem ganzen Müll der modernen Nahrungsmittel Industrie.

Qualität wird in Pulsnitz groß geschrieben! Der Teige des Pfefferkuchens wird immer noch nach traditionellen handwerklichen Verfahren und lange vor dem Verbacken hergestellt.

Schon die gewissenhafte Vorbereitung, das Sieden von Honig und Sirup, das Lagern der Grundteige und vieles mehr ist die Basis für die Qualität und Bekömmlichkeit des Pulsnitzer Pfefferkuchens.

Der braune Teig reift in großen Holzfässern vier bis sechs Wochen. Dann erst werden die Gewürze beigegeben wie Zimt, Nelken, Kardamom, Macisblüte, Muskatnuss, Koriander, Fenchel und Anis.

Pulsnitz ist als Sachsens Pfefferkuchenstadt weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Ja sogar in Amerika schätzt man dieses Gebäck natürlich vor allem zur Weihnachtszeit. Seit 1558, wird dieser leckere Kuchen in Pulsnitz hergestellt.
Durch den Pulsnitzer Bäcker und Pfefferküchler Tobias Thomas, der in Thorn seine Backkunst erweiterte, erhielt die hiesige Pfefferküchlerei um 1745 einen bedeutenden Aufschwung. In neun Pfefferküchlereien wird diese Tradition bis heute fortgeführt. Ich hoffe, das es noch lange so bleibt!

Übrigens hat jede Pfefferküchlerei neben den so bekannten gefüllten Spitzen, Pflastersteinen und Makronen ihre eigenen Hausmarken, mit ihrem unverwechselbaren Geschmack.

Marek Decker

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