Dresdner Christstollen

Liebe(r) Leser(in),

seit 2010 ist der Dresdner Christstollen, ebenso die Bezeichnung Dresdner Stollen und Dresdner Weihnachtsstollen auf Antrag Deutschlands als geschützte geographische Angabe nach europäischem Recht eingetragen. Also müssen Produkte mit dieser Bezeichnung im Großraum Dresden zwingend hergestellt sein. Dresdner Christstollen wird von rund 130 Bäckereien und Konditoreien in und um Dresden nach überlieferten Rezepturen handgefertigt. Nur Stollen, die den hohen Anforderungen der Satzung des Stollenschutzverbandes entsprechen, dürfen das Stollensiegel als Auszeichnung für höchste Qualität und Zeichen der Echtheit tragen.
Das goldene, ovale Siegel garantiert die geprüfte hohe Qualität eines jeden Dresdner Christstollens. Das Qualitätszertifikat gibt weiterhin Auskunft über über Herkunft und Güte des traditionsreichen Weihnachtsgebäcks. Mit der 6stelligen Siegelnummer kann der Verbraucher nach dem Kauf den Stollen-Bäcker oder –Konditor eines jeden einzelnen Dresdner Christstollens ausfindig machen. Diese Auskunft zur Herkunft ihres Stollens erteilt der Stollenschutzverband. Das Siegel garantiert zudem, dass der Stollen im Großraum Dresden in Handarbeit hergestellt worden ist.

Der Dresdner Christstollen ist natürlich sehr eng mit der Geschichte Dresdens verbunden. Könige, Fürsten und die Dresdner Bürger schätzten ihr Traditionsgebäck zu allen Zeiten sehr. Es wurde nicht nur zur regionalen Spezialität, sondern schrieb ebenso Kulturgeschichte.

Die nachweislich erste urkundliche Nennung des Dresdner Christstollens erfolgte 1474 auf einer Rechnung des christlichen Bartolomai-Hospitals. Das damalige mittelalterliche Fastengebäck bestand jedoch lediglich aus Mehl, Hefe und Wasser. Ganz im Sinne des Verzichts erlaubte die katholische Kirche weder Butter noch Milch.

So hätte der Dresdner Christstollen keine wirkliche Zukunft gehabt. Die Sachsen waren schon immer ein Volk von Erfindern und Genießern. Sie baten Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Albrecht Papst Innozenz VIII das Butter Verbot aufzuheben. Der Heilige Vater gab diesem statt und sandte im Jahr 1491 den sogenannten Butterbrief. Nun durften die Stollenbäcker auch gehaltvolle Zutaten verwenden und der Dresdner Christstollen konnte seinen Siegeszug antreten.



Feinster Dresdner Christstollen

Na dann Guten Appetit!

Marek Decker

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